Wismut

Sollten Elemente jemals Göttern zugeordnet werden, dann wäre Janus, der doppelköpfige Gott aus der römischen Mythologie, der ideale Partner für Wismut. Schon bei dem Namen des Metalls gehen die Meinungen auseinander: Die einen nennen es Wismut, die anderen sprechen von Bismut. Bereits 1390 tauchte „Wesemut“ schon im deutschsprachigen Raum auf, um 1530 herum nannten es die Lateiner „bisemutum“. Lange Zeit jedoch galt Wismut lediglich als Abart von Blei, Zinn oder Antimon, bevor es 1830 durch die Chemiker Claude François Geoffroy, Johann Heinrich Pott, Carl Wilhelm Scheele und Torbern Olof Bergman als eigenständiges Element nachgewiesen wurde. Und auch heute noch ist die Wismutproduktion abhängig von Blei oder Wolfram, aus dessen Erzen es überwiegend gewonnen wird. So verworren seine Geschichte auch ist, so klar sind die heutigen Einsatzgebiete von Wismut umrissen: Das Element wird zum Großteil für Legierungen in der Metallurgie sowie in der Pharmaindustrie eingesetzt, unter anderem im Magenmittel „Pepto-Bismol“, wo es einen Gewichtsanteil von 57 Prozent aufweist. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass im Periodensystem Blei und Polonium die direkten Nachbarn sind: Das eine hochgiftig, das andere tödlich radioaktiv. Hier liegt auch eine der großen Stärken von Wismut – es hat ähnliche Eigenschaften wie Blei und andere Schwermetalle, ist aber im Gegensatz zu diesen nach bisherigem Wissensstand vollkommen ungiftig und dient immer häufiger als Bleiersatzstoff. Auch in den schnellsten jemals in Serie gefertigten U-Booten, den knapp 45 Knoten schnellen Booten der sowjetischen Alfa-Klasse, kam es in einer Blei- Wismut-Legierung zum Einsatz: Als Kühlmittel für den bordeigenen Atomreaktor. Etwa 7500 Tonnen Wismut wurden 2009 produziert, über 60 Prozent davon in China, wo mit 240.000 Tonnen auch die größten Reserven vermutet werden. Es ist ein Element mit zwei gebräuchlichen Namen, selber harmlos, jedoch mit äußert gefährlichen Nachbarn: Janus würde es lieben!

Spezifikationen

Schmelzpunkt: 271,3° C
Spezifisches Gewicht: 9,8g/cm³
Farbe: silberweiß
Siedepunkt: 1564° C
Weltjahresproduktion ca.: 7500 t
Massenanteil / Erdhülle: 0,2 ppm
Verdampfungswärme: 160 kJ/mol
Menge im Warenkorb: 47,4kg
Reinheit: min. 99,99%

 

Wismut

Verwendung

  • antiseptische Brandsalben
  • antiseptische Puder
  • Puder zur Blutstillung
  • Magentherapeutika
  • Röntgenkontrastmittel
  • ungiftiger Ersatz für Blei
  • optische Gläser
  • hochwertige Lacke
  • Dispersionsfarben
  • Kunststoffe und Druckfarben
  • Kühlmittel für Kernreaktoren
  • niedrigschmelzende Legierungen