Zirkonium

Eine hohe Stirn, sanft geschwungene Augenbrauen, darunter ein wacher Blick aus hellblauen Augen: Der 1743 geborene Martin Heinrich Klaproth war einer der bedeutendsten deutschen Chemiker. Geboren im Harz als Sohn eines armen Schneiders, startete er seine Karriere in einer kleinen Ratsapotheke, die ihn später auf den Vorschlag Alexander von Humboldts zu einer Professur in Chemie bis an die Berliner Universität führen sollte. Klaproth entdeckte Uran, das chemische Element Cer und im Jahre 1789 – Zirkonium. Benannt wurde es nach dem Mineral Zirkon, ein bereits in der Antike bekannter Schmuckstein, in dessen aus Ceylon stammender Probe der Chemiker erstmals das Element Zirkonium nachweisen konnte. Und obwohl Zirkonium der Allgemeinheit kaum ein Begriff ist, ist es gar nicht mal selten – es kommt beispielsweise häufiger vor als das viel bekanntere Kupfer. Vielleicht liegt der geringere Popularitätsgrad auch einfach an dem sperrigen Namen, denn die Eigenschaften des überwiegend in den USA, Australien und Südamerika vorkommenden Metalls sind bemerkenswert: So bindet es zwar einerseits Gase wie Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid, hat andererseits jedoch eine hohe Durchlässigkeit für Neutronen. Dies macht es ideal als Hüllrohrmaterial für Brennelemente in Atomkraftwerken, wo es auch die höllischen Bedingungen im Kern eines laufenden Atomreaktors klaglos übersteht. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind bei der Desoxidation und Entschwefelung von Stählen oder als Gettermaterial für Vakuumpumpen zu finden. Drei Firmen gelten dabei als wichtigste Produzenten: Areva in Frankreich, Toshiba in Japan und Wah Chang in den USA.

Doch auch in Schmuckläden findet man es als Zirkoniumdioxid, auch Zirkonia genannt: Es ist das beliebteste Imitat von Diamanten, denen es in punkto Strahlkraft in nichts nachsteht. Man kann es auch anders sehen: Diamanten sind nichts anderes als überteuertes Zirkonia! Und wer weiß – vielleicht hat Klaproth bei seiner Hochzeit 1780 ja schon unwissentlich Ringe aus Zirkonia gekauft?

Spezifikationen

Schmelzpunkt: 1857° C
Spezifisches Gewicht: 6,51g/cm³
Farbe: silbermetallisch
Siedepunkt: 4409° C
Weltjahresproduktion ca.: 920.000 t
Massenanteil / Erdhülle: 0,021 ppm
Verdampfungswärme: 590,5 kJ/mol
Reinheit: min. 99,9%
Menge im Warenkorb: 20kg

 

Zirkonium

Verwendung

    • Hüllrohrmaterial für Brennstoffelemente
    • feuerfeste Keramiken
    • säurefeste Apparateteile (z.B. Rohre, Düsen, Ventile)
    • Gettermaterial für Vakuumapparaturen
    • Elektrolyt in Feststoffoxidbrennstoffzellen