Wolfram

Am Anfang war der Dreck – zumindest das, was daran erinnerte. Entdeckt in sächsischen Zinnerzen, nannte der Freiberger Mineraloge Georgius Agricola im 16. Jahrhundert das neue Metall „Wolfräm“: Wolf, weil das neue Mineral den Zinnerz „wie ein Wolf fraß“ und „räm“ (mittelhochdeutsch für „Ruß, Dreck“), da es – zwischen den Fingern zerrieben – optisch stark an Ruß erinnert.

Heute verbindet man mit Wolfram am ehesten die Glühbirne vergangener Tage. Kein anderes Metall ist bei hohen Temperaturen stabiler als Wolfram: Der ideale Glühdraht. Dabei ist es in der Gesamtkonstruktion „Glühlampe“ eher schlecht zur Lichterzeugung geeignet: Nur zehn Prozent der Energie werden in Licht verwandelt, der Rest lediglich in Wärme – und so ist die gute, alte Glühbirne eher eine Heizlampe, die nebenbei auch ein wenig Licht abgibt. Dabei sind andere Eigenschaften viel faszinierender: Nur wenige Metalle haben eine höhere Dichte als Wolfram. Gold, Osmium und Iridium, die gegenüber Wolfram jedoch allesamt einen entscheidenden Nachteil haben – sie sind um ein vielfaches teurer. Und so wird das Metall heute zu den unterschiedlichsten Zwecken eingesetzt; angefangen bei der Produktion von Hartmetallen über die Munitionsherstellung bis hin zur Eisenmetallurgie. Selbst in der Formel1 fährt es mit: Hier werden Platten aus Wolfram benutzt, um die Wagen an das vorgeschriebene Mindestgewicht von 620 Kilogramm zu bringen. Für hochpräzise Schneidewerkzeuge ist Wolframcarbid nahezu unersetzlich: Es ist bruchfester als Diamanten und um Welten härter als der beste Stahl.

Die größten Reserven an Wolfram befinden sich in China und Russland, von denen auch der mit Abstand größte Anteil der Weltproduktion (Insgesamt: gut 73.000 Tonnen) stammt; es ist in kleineren Mengen aber auch in Europa zu finden, beispielsweise im österreichischen Felbertal. Mittlerweile gewinnt auch das Recycling immer mehr an Bedeutung: Die USA decken heute bereits über 30 Prozent ihres Bedarfs aus wiedergewonnenem Metall. Wolfram – alles andere als Dreck.

Spezifikationen

Schmelzpunkt: 3422° C
Spezifisches Gewicht: 19,12g/cm³
Farbe: stahlgrauglänzend
Siedepunkt: 5555° C
Weltjahresproduktion ca.: 60.000 t
Massenanteil / Erdhülle: 64 ppm
Reinheit: min. 99,9%
Menge im Warenkorb 20 kg

 

Wolfram

Verwendung

  • Glühlampen
  • Gesteinsbohrer & Bohrkronen
  • robuste Fräsen
  • Chemische Katalysatoren
  • Röntgendiagnostik
  • Herstellung von robusterem Stahl
  • Legierungen mit extrem hohen Schmelz- / Sidepunkt