Molybdän

Es ist ein ebenso kriegerisches wie sensibles Element, das der schwedische Chemiker und Mineraloge Peter Jacob Hjelm 1781 entdeckte: Die größte Nachfrage erfuhr es in der Zeit der beiden Weltkriege, als Molybdän-Legierungen den Panzerrohren eine höchstmögliche Stabilität und Temperaturfestigkeit verliehen. Auf der anderen Seite jedoch gilt das Element als sehr launisch – bereits Verunreinigungen von einem zehntausendstel Prozent Sauerstoff lassen reines Molybdän schon stark verspröden. Dies jedoch tat der Beliebtheit des Elements keinen Abbruch: Seine herausragenden Eigenschaften finden in einer industrialisierten Welt vielfältige Anwendungen. Denn auch rund 230 Jahre nach seiner Entdeckung gilt Molybdän immer noch als Industriemetall durch und durch. Der hohe Schmelzpunkt, die gute Hitzefestigkeit sowie seine ausgezeichnete Leitfähigkeit sind perfekt geeignet für Superlegierungen und bei der Herstellung von hartem, hitzebeständigen Stahl. Man findet es in Ventilen und Turbinenschaufeln der Luft- und Raumfahrt ebenso wie in der chemischen Industrie; bei Bohrern und Fräsen wie in Katalysatoren für die erdölverarbeitenden Betriebe. Darüber hinaus ist das Metall unempfindlich gegenüber den Angriffen reduzierender Säuren. Also ein echter „Härtefall“? Nicht nur: In Pulverform oder als Beimischung mit Öl widersteht der Rohstoff extremen Drücken und Temperaturen, was ihn zu einem Hochleistungsschmierstoff der Extraklasse werden lässt. Dies dürfte insbesondere die Volksrepublik China freuen: Sie beherbergt 38 Prozent der Reserven und den gleichen Prozentsatz der gesamten Produktion, was sie auf beiden Gebieten zum globalen Marktführer macht. Weitere größere Reservemengen sind in den USA und in Chile zu finden, die auch bei den Produktionszahlen auf den Plätzen Eins und Zwei liegen. Insgesamt werden weltweit rund 200.000 Tonnen erzeugt, knapp 30 Prozent des Bedarfs mittlerweile durch Recycling gedeckt – kein Grund also, weitere Kanonenrohre zu bauen.

Spezifikationen

Schmelzpunkt: 2623° C
Spezifisches Gewicht: 10,28g/cm³
Farbe: graumetallisch
Siedepunkt: 4639° C
Weltjahresproduktion ca.: 200.000 t
Massenanteil / Erdhülle: 14 ppm
Verdampfungswärme: 600 kJ/mol
Reinheit: min. 99,8%
Menge im Warenkorb 20kg

 

Molybdän

Verwendung

    • Legierungszusatz zur Steigerung von Festigkeit, Korrosions- und Hitzebeständigkeit
    • Dünnschichttransistoren
    • Flugzeugteile
    • Raketenteile
    • Katalysator zur Schwefelentfernung
    • gasdichte Stromdurchführungen in Halogen- und Hochdruck-Gasentladungslampen
    • Röntgenkontrastmittel