Chrom

Er war Apotheker und Chemiker: Louis-Nicolas Vauquelin, ein 1763 in der Normandie geborener Franzose. Ohne ihn wären in der Mitte des 20. Jahrhunderts amerikanische Autos nicht das geworden, was sie waren – chromblitzende Straßenkreuzer. 1797 gewann Louis-Nicolas Vauquelin Chrom(III)-oxid Cr2O3 aus Krokoit und Salzsäure, ein Jahr später erhielt er verunreinigtes, elementares Chrom, in dem er das Chrom(III)-oxid mit Holzkohle reduzierte. Und die Farbenpracht der enthaltenen Salze muss ihn umgehauen haben: Warum sonst sollte der Name Chrom vom griechischen „Chroma“ – also „Farbe“ – abgeleitet sein?

Anfangs wurde das Element vor allem als Farbpigment und in der Chromgerberei eingesetzt, wo es bis heute die wichtigste Gerbmethode geblieben ist: Ohne Chrom würde es die Lederproduktion in der jetzigen Form nicht geben. Deutlich bekannter jedoch ist sein Einsatz in der Verchromung: Als Hartverchromung mit bis zu einem Millimeter Dicke auf Stahl, Gusseisen und Kupfer, als dünne Dekorverchromung auf Stoßstangen, Alufelgen oder Armaturen. Gemeinsam mit Vanadium kennt es wohl auch jeder Handwerker: Chrom-Vanadium-Stahl gilt als besonders fest und langlebig. Doch die mit Abstand größte Menge des weltweit produzierten Chroms fließt als wesentlicher Bestandteil in die Herstellung von rostfreiem Stahl ein, dem es zu rund 20 Prozent beigesetzt wird. Bei all den Einsatzgebieten und dem jährlichen Bedarf kann man froh sein, dass die weltweiten Vorkommen an Chrom als nicht problematisch und für mehrere Jahrzehnte als gesichert gelten. Schon heute liegen die Reserven an Chromit bei rund 350 Millionen Tonnen, werden die Ressourcen auf gut 12 Milliarden Tonnen taxiert. Hauptlieferanten des glänzenden und sehr korrosionssicheren Elements sind Kasachstan und Südafrika, die laut einer USGS-Schätzung gemeinsam fast 90 Prozent der Rohstoffe besitzen. Und so hat Chrom, über 200 Jahre nach seiner Entdeckung, immer noch eine glänzende Zukunft: Auch, wenn die amerikanischen Straßenkreuzer mittlerweile weitestgehend der Vergangenheit angehören.

Spezifikationen

Schmelzpunkt: 1907° C
Spezifisches Gewicht: 7,1g/cm³
Farbe: silbermetallisch
Siedepunkt: 2672° C
Weltjahresproduktion ca.: 15 Mio. t
Massenanteil / Erdhülle: 0,019 ppm
Verdampfungswärme: 344,3 kJ/mol
Reinheit: min. 99,0%
Menge im Warenkorb: 20kg

 

Chrom

Verwendung

    • in Schaufeln von Gas-Turbinen
    • Werkstoff für Formplatten sowie Press- & Schlaggesenke
    • dekorative Oberflächenbeschichtung (z.B. Autofelgen)
    • Apparateteile in der chemischen, der medizintechnischen und der Lebensmittelindustrie
    • härtende Oberflächenbeschichtung für Walzen & Kolben
    • Lederproduktion[/tab][/tabgroup]